Ratgeber · Grundlagen
Unfallschaden richtig dokumentieren
Was an der Unfallstelle nicht festgehalten wird, lässt sich später kaum noch beweisen.
Sobald die Fahrzeuge bewegt wurden, ist die Unfallstelle als Beweismittel praktisch verloren. Was bleibt, sind Ihre Aufnahmen. Sie entscheiden später mit darüber, wie der Hergang bewertet wird und welche Schäden als unfallbedingt anerkannt werden.
An der Unfallstelle
- Erst absichern: Warnblinker, Warnweste, Warndreieck – dann fotografieren
- Übersichtsaufnahmen aus allen vier Richtungen, mit beiden Fahrzeugen im Bild
- Endstellung der Fahrzeuge vor dem Wegfahren, möglichst mit Fahrbahnmarkierungen
- Brems- und Schleifspuren, Splitter, ausgelaufene Betriebsstoffe
- Verkehrszeichen, Ampeln und Sichtverhältnisse aus Fahrerperspektive
- Kennzeichen beider Fahrzeuge deutlich lesbar
Am Fahrzeug
- Jede beschädigte Stelle einmal aus der Entfernung und einmal im Detail
- Ein Maßband oder ein bekanntes Objekt ins Bild legen, um Größen einordnen zu können
- Auch die unbeschädigte Gegenseite aufnehmen – als Vergleich und gegen spätere Vorschadendiskussionen
- Innenraum bei ausgelösten Airbags, dazu Tachostand und Kilometerstand
Angaben, die Sie notieren sollten
- Name, Anschrift, Versicherung und Versicherungsnummer des Unfallgegners
- Datum, Uhrzeit, genauer Ort, Wetter und Straßenzustand
- Namen und Kontaktdaten von Zeugen – nicht nur „da war jemand“
- Aktenzeichen, falls die Polizei aufgenommen hat
Die häufigsten Lücken
Drei Fehler tauchen immer wieder auf: Es gibt nur Detailfotos und keine Übersicht, sodass sich der Hergang nicht einordnen lässt. Die Fahrzeuge werden vor der ersten Aufnahme zur Seite gefahren. Und der Schaden wird repariert, bevor ihn jemand unabhängig begutachtet hat.
Ihre Fotos sind eine gute Grundlage – sie ersetzen aber kein Gutachten. Verdeckte Schäden an Trägern, Sensorik oder Karosseriestruktur erkennt man von außen nicht. Lassen Sie das Fahrzeug daher vor der Reparatur begutachten, solange der Zustand noch unverändert ist.